Be a Star
Hallo Lisa. Gratulation zu deiner großartigen Darstellung der Mary Baroness Vetsera. Deine erste große Hauptrolle, hast du jemals damit gerechnet?
Nein. Ich habe mir gedacht, dass ich zuerst mal eine Zweitbesetzung spiele und mich dann langsam hocharbeite. Mein größter Traum war es schon immer im RAIMUND THEATER zu spielen, und dann gleich eine Erstbesetzung, das hab ich wirklich nicht erwartet.
Wie hast du von RUDOLF – AFFAIRE MAYERLING erfahren?
Wie immer bin ich ganz normal zur Audition gegangen. Bei REBECCA hab ich damals leider noch nichts bekommen, da habe ich es diesmal wieder versucht. Nach der ersten Runde hab ich ein Callback für die Zweitbesetzung der Mary Vetsera bekommen und da habe ich schon gehofft, dass ich als unbekannte Anfängerin auch eine Chance bekommen würde.
Wer hat dich für die Rolle als Mary Vetsera entdeckt?
Ich würde sagen unser Regisseur David Leveaux und Komponist Frank Wildhorn.
Hast du dich gefreut, als du erfahren hast, dass große Musicaldarsteller wie Drew Sarich, Uwe Kröger, Wietske van Tongeren, und Carin Filipcic mit dir spielen werden?
Ich habe mich natürlich sehr gefreut, vor allem, dass ich mit Drew Sarich spielen darf. Wer den Rudolf spielt, war mir sehr wichtig, weil er ja mein Haupt-Spielpartner ist. Ich habe gehofft, dass es jemand ist, der mehr Erfahrung hat als ich und Drew fand ich immer schon toll.
Wie war die Probenzeit bei Rudolf?
Anfangs sehr schwierig für mich. Ich habe lange gebraucht bis ich wusste, welchen Charakter die Rolle haben wird. Das hat mich teilweise auch beunruhigt, weil ich nicht wusste, in welche Richtung ich gehen soll. Ich habe mir gedacht, der Regisseur wird mir von Beginn an sagen, wie die Rolle aussieht. Von der Ausbildung kannte ich es, dass man ziemlich genaue Vorgaben bekommt, hier war das anders. David Leveaux hat mir anfangs sehr viel Freiheit gelassen und ich habe mindestens ein Monat gebraucht um mich an meine Rolle heranzutasten. Das war recht nervenaufreibend für mich, aber als wir dann auf der Bühne geprobt haben, habe ich ein Gespür für die Rolle bekommen. Während der Probenzeit hatte ich sehr viel Respekt vor meinen Kollegen, weil die alle schon so viel Erfahrung haben und ich die Einzige war, die noch fast nichts gemacht hat. Schließlich hat mir David Leveaux dann einen Tritt in den Hintern gegeben, er hat gesagt „Be a star“ und „Steh´ ein für deine Rolle, du musst dich behaupten.“
Haben dich deine Kollegen unterstützt?
Drew hat mich einmal sehr aufgebaut und mir gut zugeredet, als es mir während der Probenzeit mal nicht so gut ging. Carin Filipcic war auch sehr lieb und hat mich sehr freundschaftlich behandelt. Wietske ist sowieso ein Schatz, auch Uwe hat mir geholfen. Eigentlich waren sie alle sehr nett.
Ab wann schlüpfst du in die Rolle der Mary?
Meistens eine Stunde vor Vorstellungsbeginn mache ich mir bewusst, dass ich heute Abend die Mary spielen werde und nicht die Lisa bin. Die Mary verkörpert eine offene, aktive und lebendige Frau, ich bin eher etwas introvertiert.
Wie waren die Stunden vor der Premiere für dich?
Ich habe den ganzen Tag versucht nicht zu nervös zu sein, denn wenn man einmal nervös ist, ist man nachher geschwächt, weil es auch körperlich sehr anstrengt. Daher habe ich versucht ruhig zu bleiben und mir die Kraft für den Abend zu sparen und das hat ganz gut geklappt. Unser Regisseur David Leveaux hat immer gesagt: „Versucht nicht das Stück perfekt zu machen, erzählt die Geschichte“, also habe ich versucht, einfach an der Geschichte dran zu bleiben und mich in die Rolle der Mary Vetsera zu versetzen.
Hast du dich gefreut, dass du in den Medien sehr oft so positiv erwähnt wurdest?
Ich habe mich extrem gefreut. Weil ich hatte wirklich Angst, und mir schon vor der Premiere überlegt wie ich damit umgehe, wenn ich kritisiert werde. Das hätte mich sehr getroffen.
Gibt es eine Szene, auf die du dich am Meisten freust?
Ich habe sehr gerne die Einkaufsszene mit Carin Filipcic, mit ihr gemeinsam zu spielen macht sehr viel Spaß. Dann gefällt mir auch die Eislaufszene mit Rudolf und das letzte Duett mag ich auch sehr gerne.
Wo hast du deine Musicalausbildung gemacht und was war deine erste Rolle nach Ende deiner Ausbildung?
Ich studierte 4 Jahre am Konservatorium der Stadt Wien und 2 Jahre an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Nach der Ausbildung habe ich in „Müllers Büro – das Musical“ im Metropol gespielt. Das war sehr lustig, ich habe noch nie so viel gelacht, wie während dieser Probenzeit.
Hast du ein Vorbild?
Es gibt viele Darsteller die ich toll finde. Großen Respekt habe ich vor Leuten wie Pia Douwes. Ich bewundere was sie schon seit vielen Jahren leisten, sie hat sich nie auf ihrem Ruhm ausgeruht, arbeitet immer weiter und wird immer besser.
Was ist dein Lieblingsmusical?
ELISABETH (lacht). Die Rolle der Elisabeth möchte ich so gerne spielen, aber ich bin leider nicht unbedingt der Typ dafür. Ich finde die Rolle so toll, weil Elisabeth eine starke Frau ist - wie ja auch die Mary.
Welche Zukunftspläne, Träume oder Wünsche hast du?
Ich würde gerne einmal PHANTOM DER OPER spielen oder MY FAIR LADY oder INTO THE WOODS. Eine Rolle im Ausland wäre sicherlich auch eine tolle Erfahrung. Aber ich bin froh, wenn ich hier in Österreich eine schöne Karriere habe. Im deutschsprachigen Raum ist hier im RAIMUND THEATER zu spielen für mich persönlich ohnehin das Tollste was man erreichen kann.

