Ulla Inga Hansen Bensen Jonsen Tallen-Hallen Svaden-Svanson...

Bettina Mönch mit Cornelius Obonya und Andreas Bieber
Gratulation zur erfolgreichen Premiere und den positiven Kritiken!
Was sagst Du zu dem tollen Medienecho?
Ich freue mich total, dass ich hier bestanden habe, weil Wien doch ein hartes Pflaster ist, wo tolle Musicals gespielt werden und das Publikum sehr anspruchsvoll ist.
Hast Du damit gerechnet, dass das Stück so gut angenommen wird?
Ich finde das Stück so gut, ich denke mir, das kann man gar nicht schlecht finden. Andererseits weiß man ja nie, wie das die Kritiker und das Publikum dann schlussendlich sehen.
Machen wir vielleicht einen kurzen Schritt zurück– wie bist Du eigentlich zum Musical gekommen?
In meiner Schule gab es eine Musical- und eine Schauspielgruppe. Die Musicalgruppe war toller. Ich habe Jesus Christ Superstar gesehen, da war ich 10 oder 11, und davon war ich so fasziniert, dass ich das auch machen wollte. Dann habe ich mich gleich am nächsten Tag angemeldet und wir haben die Rocky Horror Show aufgeführt, ab da wollte ich unbedingt Musicaldarstellerin werden.
Wer hat Dein Talent entdeckt?
Das ging eigentlich sehr von mir aus. Meine Mutter hat mich schon als Kind ans Theater herangeführt. Sie hat mich in die Oper mitgenommen und hat dafür gesorgt, dass ich musikalische Früherziehung bekam. Der Berufswunsch kam ganz von mir selbst wie der Glaube an mich, dass ich das auch schaffen kann. Ich habe dann in München an der Prinzregenten Theaterakademie die Aufnahme-Prüfung gemacht. Das war für mich eine entscheidende Wende, ob ich in der ersten Runde raus falle und mir alles nur einbilde oder ob ich bestehen kann. Da bin ich dann in die allerletzte Runde gekommen, da waren von 160 nur mehr 12 dabei und dann war für mich ganz klar – Ja, ich arbeite an meinem Traum weiter.
Warum bist Du nach Wien gegangen?
Eigentlich durch Zufall. Hier war die nächste Aufnahmeprüfung an einer staatlichen Universität. Es hat sich als totaler Glücksfall erwiesen. Ich kenne die anderen Ausbildungsstätten durch Kontakte und weiß, dass Wien und das Konzept des Wiener Konservatoriums für mich persönlich am besten waren.
Hast Du noch Kontakt mit den Kollegen Deiner Abschlussklasse?
Ja, eigentlich mit allen. Da waren Johanna Arrouas, Dagmar Bernhard, Lukas Perman, Andreas Kammerzelt und auch Katharina Dorian, die jetzt mit mir bei THE PRODUCERS dabei ist.
Was braucht man als Musicaldarsteller um erfolgreich zu sein? Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften eines Musicaldarstellers?
Ich glaube, das wichtigste ist die Leidenschaft, es ist ein Beruf, der viel fordert. Man muss ihn wirklich lieben. Außerdem sollte man gesunde Selbstkritik mitbringen, aber auch in der Lage sein, Kritik von anderen annehmen zu können und daraus zu lernen. Und natürlich braucht man Durchhaltevermögen und Ausdauer: Sowohl wenn man einen Job hat, denn 6 Shows die Woche zu spielen ist einfach anstrengend, aber auch in Phasen, in denen man nicht so erfolgreich ist hilft nur Durchhaltevermögen.
Wie gehst Du denn persönlich mit Lampenfieber um?
Ich finde es gibt 2 Arten von Lampenfieber. Es gibt das positive Lampenfieber, das einen pusht und zu Höchstleistungen befähigt. Für die Bühne habe ich dieses gute und positive Lampenfieber. Negativ nervös bin ich eigentlich nur bei Auditions. Das ist einfach eine andere Energie, weil auch der Energieaustausch mit dem Publikum nicht stattfindet.
Wie gehst Du mit Misserfolgen um?
Man muss es glaube ich auch lernen, sich Misserfolge nicht so zu Herzen zu nehmen, sondern einfach zu diesem Job dazugehören. Auf eine Audition kommen so viele Künstler, die Wahrscheinlichkeit, dass man die Rolle nicht bekommt, ist einfach immer größer als das man sie bekommt. Man muss versuchen zu akzeptieren, dass das nicht eine persönliche Ablehnung ist, sondern, dass es einfach manchmal passt und manchmal nicht passt.
Du warst in Deiner bisherigen Karriere äußerst erfolgreich und hast seit Deinem Studium meist große Hauptrollen gespielt. Was war Deine 1. große Hauptrolle nach Deinem Studium?
Direkt nach meinem Studium habe ich in AIDA von Elton John und Tim Rice in Essen die Hauptrolle der Amneris gespielt. Ein Jahr habe ich in Essen gelebt und bin dann mit dieser Produktion auf Tournee gegangen.
Du bist jetzt bei THE PRODUCERS angekommen und stehst seit 30. Juni 2008 als sexy Schwedin Ulla auf der Bühne des wieder eröffneten RONACHER. Beschreibe Deine Rolle der Ulla!
Ulla ist die schwedische Sekretärin von den „Producers“ Max und Leo. Sie ist eine schwedische Sexbombe, aber kein lasziver Vamp, eher die naive Schöne.
Magst Du Ulla?
Ja, ich mag sie gern. Ich finde, man mag alle Figuren von THE PRODUCERS gern. Das Stück ist einfach so gemacht. Und ich mag die Rolle der Ulla besonders deshalb, weil sie so in sich ruht und so zufrieden mit sich und der Welt ist. Sie findet alles gut was sie macht, da kann man sich etwas abgucken.
Wie ist die Arbeit mit den Kollegen?
Super. Es ist so ein schönes Team. Es gibt keine Zickerein, niemand spielt sich in den Vordergrund. Wir ziehen echt alle an einem Strang: alle wollten das Stück unbedingt machen und lieben es. Ich bin auch stolz mit so fantastischen Kollegen auf der Bühne zu stehen: Cornelius habe ich bereits als Studentin bewundert und von Andreas hingen Poster in meinem Teenager-Zimmer.
THE PRODUCERS ist ja ein Comedy-Musical. Eine ziemlich unverschämte Satire. Musst Du Dir manchmal auf der Bühne selbst das Lachen verkneifen?
Bei den Proben habe ich sehr viel gelacht. Mittlerweile kann ich mir das Lachen recht gut verkneifen. Man muss auf der Bühne ja auch sehr konzentriert sein.
Hast Du eine Lieblingsnummer im Stück THE PRODUCERS?
Ich denke mir immer wenn ich das Stück sehe, das ist meine Lieblingsnummer, dann kommt die nächste Nummer und dann denke ich mir – nein die ist es. Ich finde die Nummern steigern sich so sehr. Aber eigentlich ist schon meine eigene Nummer „Wenn Du´s drauf hast, zeig es“ meine Lieblingsnummer.
Wien ist Dein momentaner Lebensmittelpunkt, Deine Wahlheimat. Hast Du manchmal Heimweh?
Nein, eigentlich wollte ich immer zurück nach Wien und hatte Heimweh nach Wien. Ich fühle mich hier ganz zuhause. Ich liebe die Theater und Museen, ich finde es gibt in Deutschland keine vergleichbare Stadt.
Danke für das Gespräch.

