BARBARELLA Superstar

BARBARELLA - Raimund Theater, 2004 - 2005
Copyright: VBW
Hattest du schon immer den Wunsch auf der Bühne zu stehen?
Nein, dass ich das möchte hat sich bei mir erst in der Pubertät herauskristallisiert. Ich kann mich erinnern, in der Volksschule habe ich bei einem Wettbewerb mitgemacht, da mussten wir zeichnen was wir werden wollen. Ich hab´ Sekretärin gezeichnet. Das habe ich von meinem Vater, der hat immer Akten mit nach Hause gebracht und ich habe mir das damals irrsinnig schön vorgestellt, Sekretärin zu sein. Aber das hat sich dann irgendwie total verändert und dann wollte ich unbedingt auf die Bühne.
Hast du dann eine Ausbildung gemacht?
Mit 14 habe ich mit Jazzdance angefangen und dann auch so um die Zeit herum Schauspiel-Workshops mitgemacht. Mit 16 habe ich meinen ersten Gesangsunterricht genommen. So richtig aber erst nach der Matura, dann habe ich Aufnahmeprüfungen gemacht, und am Theater an der Wien habe ich es dann geschafft.
Deine erste Rolle war 1994 in JESUS CHRIST SUPERSTAR in Klagenfurt. Abgesehen von BARBARELLA, welches Musical hat dich am meisten fasziniert?
Am besten gefällt mir eigentlich CITY OF ANGELS, das haben wir in Amstetten gemacht, war aber ein totaler Flop. Eines der besten Musicals, finde ich, aber es war leider zur falschen Zeit am falschen Ort.
Wie hat dir FAME gefallen?
Das hat mir auch gefallen, aber mir liegt von der Musik her eigentlich mehr das klassische Musical, nicht das Popmusical. Für meine Stimme am angenehmsten und was ich selber am liebsten mache ist eben CITY OF ANGELS oder CABARET.
Hast du ein berufliches Vorbild?
Kein bestimmtes, jeder, den ich sehe und der mir gefällt, ist ein Vorbild.
Du hast auch schon 3 CDs auf den Markt gebracht. Die aktuellste heißt „12 Songs, nicht die schlechtesten“. Was hat dich eigentlich dazu bewogen die aufzunehmen?
Na ja, wenn ich ganz ehrlich bin, war es die Plattenfirma, die gesagt hat, entweder wir machen diese Lieder oder wir machen gar keine CD. Ich wollte ja meine Songs aufnehmen, Songs die ich geschrieben habe, aber das wollte die Plattenfirma nicht. Dann habe ich gesagt, na gut, bevor ich gar keine CD mache, nehme ich eben eine mit Cover-Versionen auf.
Würde es dich vielleicht reizen, hier in Wien für deine Fans ein Konzert mit deinen Liedern zu geben?
Ja doch. Ich habe das auch im Kopf, aber ich kann mich noch nicht so richtig entscheiden, was ich da machen möchte.
Kommen wir zu BARBARELLA, deinem aktuellen Stück: Wie gefällt dir Dave Stewarts Musik?
Sehr gut. Es ist ja nicht so total, wie soll ich sagen, „abgespacet“ und das gefällt mir eigentlich sehr gut. Ich finde die Songs gehen sehr ins Ohr und jetzt habe ich sie schon 100 mal gehört und über 80 mal gespielt und sie gehen mir immer noch nicht auf die Nerven. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Dave Stewart war auch der unkomplizierteste Teil der ganzen Produktion, er war wahnsinnig flexibel und hat zwei Songs für mich geschrieben, also wirklich auf mich zugeschneidert. Und wenn einem etwas zu hoch oder zu tief war, war er jederzeit bereit etwas anders zu machen.
Und wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Ensemblemitgliedern, jetzt nicht nur bei der Probe, sondern auch allgemein, es läuft doch das Stück schon länger?
Auch sehr gut eigentlich. Es ist wirklich eine gute Stimmung muss ich sagen. Das ist ein Glück, dass sich alle so gut vertragen.
Hast du eine Lieblingsszene in BARBARELLA?
Ja, das Traumzimmer. Das mag ich irrsinnig gerne. Ich freue mich eigentlich immer schon auf den 2. Akt, da ist dann das schwierigste schon vorbei und es ist eigentlich nur mehr angenehm und schön. Das spielt sich auch schön und das macht mir am meisten Spaß.
Und die erste Szene am Anfang des 2. Akts mit Victor. Diese Szene ist ja auch super.
Nur da kann ich nicht soviel machen. Da bin ich sehr passiv, eher wie ein Zuschauer im Publikum. Ich sitz da nur im Bett und schau zu.

BARBARELLA - Raimund Theater, 2004 - 2005
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Wie bereitest du dich auf eine Vorstellung vor?
Ich mache Yoga, das mache ich meistens in der Früh, damit sich der Körper schon ein bisschen bewegt hat. Manchmal haben wir Training vor der Vorstellung, das probiere ich schon vorher auch zu machen. Ansonsten gehe ich um 18 Uhr in die Maske, nach der Maske hole ich das Mikrofon und singe mich eine Viertelstunde ein und dann ziehe ich mich an.
Wird BARBARELLA auch international bekannt werden?
Das habe ich mich auch schon gefragt. Ich weiß nicht, ob es wirklich dazu kommt. Der Stoff und die Musik hätten durchaus das Potential.
Hast du auch den Film gesehen? Wie findest du ihn?
Er ist skurril irgendwie. Schöne Szenen, schöne Bilder, aber für meinen Geschmack ist er zu langsam.
Ist dir auf der Bühne schon was Peinliches oder Lustiges passiert?
Ja, ich hab mal eine Textzeile beim aller ersten Lied vergessen. Ich weiß nicht ob das aufgefallen ist, aber ich habe dann kurz gar nichts gesungen. Das war mir sehr peinlich. Und lustig? Ich merke, dass ich bei Unvorhergesehenem, wenn andere sich versprechen oder so, dass ich dann sofort aussteige und zum Lachen anfange. Ich bleibe also überhaupt nicht in meiner Rolle und muss mich mit dem Rücken zum Publikum hinstellen und lachen. Erst dann kann ich irgendwie wieder spielen.
Die Fans beim Bühneneingang, wie stehst du zu Ihnen? Sind sie aufdringlich?
Bei mir nicht. Die sind wohl eher an den männlichen Darstellern interessiert. Ich finde es eigentlich ganz o.k. so lange es nicht zu viel ist. Nach der Vorstellung ist man meistens müde und will noch was essen gehen oder heim. Man kann sich also nicht stundenlang aufhalten, aber im Grunde freue ich mich wenn mich die Fans ansprechen und Unterschiede von Show zu Show ansprechen. Das ist schon lustig, der normale Zuschauer bemerkt das ja nicht.
Was wirst du in der kurzen Sommerpause machen?
Ich habe ein paar Tage frei und dann werde ich in Bayern einen Film fürs Fernsehen machen.
Apropos Filme. Filme hast du in deiner Laufbahn auch einige gemacht. Der letzte war „September“. Was hat dich dazu bewogen in diesem Film mitzuwirken?
Der Regisseur, der mich gefragt hat und mir das Buch gegeben hat, Max Färberböck, er hat „Aimee & Jaguar“ gemacht. Für mich war es eine große Ehre, dass er gefragt hat, ob ich da mitspielen möchte. Außerdem hat mir die Geschichte gut gefallen.
Welcher von den Filmen, die du bisher gemacht hast, hat dich am meisten berührt?
Der, der mir am besten gefallen hat, den kennt niemand. Das ist ein Kurzfilm von Barbara Albert, den ich vor „Nordrand“ mit ihr gedreht habe, „Sonnenflecken“.

BARBARELLA - Raimund Theater, 2004 - 2005
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Wie charakterisierst du dich selber?
Ich glaube, dass ich sehr direkt bin und ich versuche ehrlich zu mir selber und auch zu andern zu sein. Mir wird gesagt, dass ich sehr viel lache, also dürfte ich fröhlich sein. Aber ich merke auch einen Hang zum Melancholischen.
Hast du schon Pläne, was du nach BARBARELLA machen möchtest?
Eigentlich schon, ich habe ein paar Filmprojekte, die jetzt alle verschoben sind, weil man bis nach BARBARELLA wartet. Ich werde also wieder Filme machen.
Musicals auch wieder?
Möchte ich schon sehr gerne. Aber es muss wieder etwas echt Interessantes sein. Ich werde nicht irgendein Musical irgendwo machen. Aber wenn es wieder eine interessante Rolle für mich ist, dann schon.
Danke für das Gespräch.

