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SISTER ACT ab Herbst in Wien
Der Ticketverkauf für das Erfolgs-Musical SISTER ACT, das seine Österreich - Premiere am 15. September 2011 im RONACHER feiert ist eröffnet!
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Die LIVE CD aus dem RAIMUND THEATER
Die live bei der Premiere aufgenommene CD von ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ist ab sofort erhältlich!
In den Souvenirshops der VBW (RAIMUND THEATER, RONACHER), im Onlineshop der VBW und im gut sortierten Fachhandel.
Ein Vampir aus Fleisch und Blut

Thomas Borchert (Graf von Krolock), Marjan Shaki (Sarah)
Copyright: VBW / Ralf Brinkhoff, Birgit Mögenburg
Gratulation zur fulminanten Premiere von TANZ DER VAMPIRE! Dein Graf Krolock
war wirklich wieder sehr beeindruckend! Du hast die Rolle bereits 2003 in Hamburg und 2006 in Berlin gespielt. Was macht diese Rolle so interessant für Dich?
Beim Grafen handelt es sich um eine sehr vielschichtige Rolle. Er ist ein Vampir aus Fleisch und Blut, auf der einen Seite natürlich ein Monster, aber gleichzeitig umgibt ihn auch eine tiefe Traurigkeit. Er leidet, denn er kann sein wahres Ich nicht nach außen kehren, sondern spielt gegenüber den Menschen und seinen späteren Opfern eine Rolle. Das Interessante für mich als Schauspieler stellt diese Zerrissenheit und Tiefe dar, welche besonders gut im 2. Akt bei „Die unstillbare Gier“ hervorkommt.
In wieweit kann ein so erfahrener Graf Krolock wie du es bist eigentlich in die Regievorgaben eingreifen?
Eingreifen nicht wirklich, aber es gibt immer Möglichkeiten mit dem Regisseur Neues zu sehen und zu erarbeiten. Wir haben mit Cornelius Baltus einen phantastischen Regisseur, der auch in schwierigen Momenten immer die Ruhe bewahrt hat. Und innerhalb des „angenehmen Korsetts“ findet man doch noch seine Freiräume, um den Grafen Krolock jeden Abend neu und interessant entstehen zu lassen.
Roman Polanski war bei der Premiere anwesend, was bedeutet das für dich persönlich?
Es ist schon etwas Besonderes, zumal Roman Polanski bei dieser Produktion keinen Einblick in die Proben nahm, sondern erst zur Premiere anwesend war. In Hamburg hatten wir doch eine ganze Woche mit Roman Polanski gearbeitet, aber hier in Wien ließ er Cornelius Baltus freie Hand. Umso gespannter waren wir auf seine Reaktion, es ist schön zu sehen, dass es ihm gefallen hat und er froh über die Weiterentwicklung seines Stückes ist.
Wieviel Vorbereitungszeit benötigst du vor einer Vorstellung um in die Rolle einzutauchen?
Ab 17 Uhr beginne ich mich im weitesten Sinne auf den Abend vorzubereiten, aber bereits am Nachmittag geht es innerlich in Richtung Rolle. Also der Körper spürt dann schon den Grafen Krolock nahen. Für die Maske benötigen wir rund eine Stunde, was ich sehr entspannend finde, denn das ist dann auch die Zeit der Konzentration für mich.
Du kehrst jetzt nach rund 6 Jahren mit TANZ DER VAMPIRE wieder an eine Wiener Musicalbühne zurück – wie ist diese „Wiederkehr“ nach Wien? Und wie beurteilst du die Lebensqualität in Wien, im Vergleich zu Deiner Heimatstadt Hamburg?
Eine sehr schöne Wiederbegegnung, vertraut und doch wieder neu. Ich war von 1992 -1994 und ab 1997 mit kleinen Unterbrechungen, doch für einige Jahre in Wien, somit ist es für mich wie eine kleine Heimkehr. Ich habe die Stadt schon sehr in mein Herz geschlossen. Wien hat eine sehr hohe Lebensqualität und ist absolut mit Hamburg vergleichbar, wenn auch jede Stadt ihre eigenen Vorzüge hat.
Wenn man sich die Stücke der letzten Jahre so ansieht – du verkörperst meist die Mächte des Bösen, bzw. Charaktere mit einer tragischen Geschichte. Kommt da so eine Rolle wie der Gaston in dem Musical GIGI in London als angenehme Abwechslung, oder sind die tragischen Rollen interessanter zu spielen?
Diese Rolle hat besonders viel Spaß gemacht, zumal sie auch viel Comedy beinhaltet hat, zu der ich im Theater leider viel zu selten komme, da ich normalerweise auf die dunklen Rollen abonniert bin. Das Interessante ist ja, dass der Gaston auch ein Zerrissener ist, also am Anfang ein ziemlicher „Strolch“, der sich dann zum Positiven entwickelt. Und solange eine Rolle diese Entwicklungsmöglichkeit bietet, ist sie spannend und schön.

Thomas Borchert (Graf von Krolock) und Marjan Shaki (Sarah) (© VBW/Rolf Bock)
Du hast das phantastische Einpersonenstück „Novecento, die Legende vom Ozeanpianisten“ von Alessandro Baricco in einer grandiosen Eigenproduktion letztes Jahr in den Hamburger Kammerspielen auf die Bühne gebracht, gefolgt von etlichen von der Presse und vom Publikum gefeierten Aufführungen quer durch Deutschland. Was machte für dich den Reiz aus, diese packende Geschichte erzählen zu wollen, und wann werden deine Wiener Fans in den Genuss dieses großartigen Abends kommen?!
Es geschah damals in Wien, 1999 bei den Proben für MOZART!, da legte mir ein guter Freund ein Buch auf den Tisch und meinte, ich solle das mal lesen, es wäre genau meines – ich habe es dann gelesen und war wie gefesselt. Ich war so begeistert von dieser Geschichte, dass ich sie unbedingt auf die Bühne bringen wollte. Es klappte damals in Wien leider nicht mit den Rechten, aber 2008 ging dann mein großer Wunsch einer Aufführung dieses Buches, in meiner eigenen Version, doch in Erfüllung. Es war für mich auch ein großer Reiz, mein Publikum mal mit etwas völlig Anderem zu überraschen – ein Abend ohne Gesang nur mit Schauspiel, angereichert mit dem Klavierspiel eigener Kompositionen.
Wann und ob ich „Novecento“ in Wien auf die Bühne bringen kann, hängt von einigen organisatorischen und rechtlichen Faktoren ab, aber ich hoffe sehr, dass dies gelingen wird.
Du stehst hier in Wien bei TANZ DER VAMPIRE auf der Bühne, nach den umjubelten Vorstellungen von GRAF VON MONTE CHRISTO in St. Gallen wird es im Herbst eine Wiederaufnahme geben. „Novecento“ steht in Hamburg und Berlin auf dem Programm und zusätzlich dürfen wir uns über ein paar Konzertabende in Wien und Deutschland mit dir freuen. Ein ungeheures Arbeitspensum, wie schafft man es da immer eine Top Leistung abzuliefern?
(Lacht) Ich kann nicht anders, es ist mir ein Bedürfnis, wenn ich eine Bühne betrete, Alles zu geben, was ich kann. Natürlich fühlt man sich dann manchmal ausgelaugt und sollte für Ausgleich und Erholung sorgen. Es sind so kleine Fluchten im Alltag, wie Sport, Spaziergänge, einfach im Kaffeehaus sitzen, sich einen leckeren Wiener Apfelstrudel gönnen und die Zeit verstreichen lassen, die man sich einfach nehmen muss.
Deine neue CD „Thomas Borchert - Strictly Musical“ ist ein wunderbarer Livemitschnitt von deinen Musicalkonzerten im Stuttgarter Pomp & Duck – das waren tolle Konzerte in einem doch sehr kleinen, eleganten Rahmen – Braucht der große Künstler Thomas Borchert von Zeit zu Zeit auch mal den Nahkontakt zu seinem Publikum?!
Absolut, denn es gibt nichts Schöneres, als in einem intimen Rahmen aufzutreten. Ich glaube, dass ist für jeden Künstler etwas Besonderes. Ich liebe es, wenn ich mein Publikum direkt ansprechen und spüren kann. Es ist immer wieder eine ganz große Herausforderung.
Im Rahmen der Musicalreihe von MUSICAL STARS IN CONCERT haben wir uns in Wien nach langer Abstinenz deinerseits letzten Dezember und diesen April endlich wieder über Konzerte mit dir freuen dürfen. Wird auch das neue Konzept „Borchert beglückt, oder Songs, die Thomas unbedingt einmal singen sollte, aber bislang noch nicht gesungen hat“ den Weg nach Wien finden, und von wem stammt der originelle Titel?
Der Titel stammt vom Konzertveranstalter Andreas Luketa und entstand im Zuge der Wunschliste für das Konzert „Best of Borchert“. Einige Voter fügten zusätzlich internationale Popsongs, Jazz-, Klassik- und Musical – Titel dazu, die sie gerne mal von mir hören würden. So entstand die Idee, daraus ein eigenes Programm zu gestalten. Vorläufig wird das Konzert ein einmaliges Zuckerl für das Publikum werden, da die Umsetzung sehr schwierig und aufwändig ist. Mal sehen, ich möchte mich in Zukunft auch gerne wieder mehr meinen eigenen Songs widmen, also zum Beispiel dem Programm „Borchert beflügelt“, aber auch ein Abend wie „Spontainment“ würde mir wieder mal Spaß machen.

Claus Dam, Michael Kunze, Thomas Borchert (© VBW/ Alexander Ch. Wulz)
Du scheinst ja wirklich ein Glückskind zu sein, einem beruflichen Erfolg folgt der nächste, gibt es eine Traumrolle, die du bisher noch nicht gespielt hast?
Ich denke, ich bin jetzt bald reif für die Klassiker wie zum Beispiel MANN VON LA MANCHA oder den Professor Higgins in MY FAIR LADY. Sehr gerne würde ich noch mal den Jean Valjean in LES MISERABLES spielen, es wäre für mich persönlich sehr spannend, nach 13 Jahren wieder in diese Rolle zu schlüpfen. Auch bin ich ein großer Shakespeare - Fan und ein absoluter Traum von mir, wäre es einmal den Macbeth spielen zu dürfen. Wobei es im deutschsprachigen Raum leider immer noch so ist, dass das „Schubladendenken” regiert und es als so genannter „Musicaldarsteller” schwierig ist, im Schauspielbereich Fuß zu fassen.
Würde es dich reizen, Ihr doch künstlerisches Wissen an junge Künstler weiterzugeben, also irgendwann auch an einem Konservatorium bzw. an einer Musicalschule als Lehrer tätig zu sein?
Grundsätzlich ist es für mich vorstellbar, allerdings erst in ein paar Jahren. Was mich reizen würde, wäre mal auf die andere Seite der Bühne zu wechseln und ins Regiefach reinzuschnuppern.
Vielen Dank für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg!
Dein Traumurlaubsziel
Zuhause!
Dein Lieblingsbuch
„Dienstags bei Morrie“ von Mitch Albom
Musik, die dich berührt….
Brahms Lieder, Bach, Mozart Requiem, Fado (trad. Musik aus Lissabon)...
Eine Schwäche, die man dir verzeihen soll?
Überschwänglicher Enthusiasmus
Eine Stärke, für die man dich bewundert?
Überschwänglicher Enthusiasmus
Welcher Versuchung kannst du nicht widerstehen?
Einem Klavier mit offener Tastatur...
Ein Mensch mit dem du gerne einen Abend verbringen möchtest:
Meine Frau
Wie baust du Stress ab?
Spaziergänge, Klavier spielen
Wo hast du die besten Ideen für neue Kompositionen?
Siehe oben
Was möchtest du noch lernen?
So viel wie möglich!

