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SISTER ACT ab Herbst in Wien
Der Ticketverkauf für das Erfolgs-Musical SISTER ACT, das seine Österreich - Premiere am 15. September 2011 im RONACHER feiert ist eröffnet!
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Die LIVE CD aus dem RAIMUND THEATER
Die live bei der Premiere aufgenommene CD von ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ist ab sofort erhältlich!
In den Souvenirshops der VBW (RAIMUND THEATER, RONACHER), im Onlineshop der VBW und im gut sortierten Fachhandel.
TEAM@VBW: HENRIK SEHNERT

Susan Rigvava-Dumas, Wietske van Tongeren, Uwe Kröger, Ensemble © VBW / Alexander Ch. Wulz
Hallo Henrik. Vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für ein Interview genommen hast. Du bist als Abendspielleiter zurzeit im RONACHER bei TANZ DER VAMPIRE tätig. Was sind Deine Aufgabenbereiche?
Der Abendspielleiter ist der verlängerte Arm des Regisseurs. In der Probenzeit, vor der Premiere ist mein Job Regieassistent, nach der Probenzeit übernimmt man sozusagen die Position des Regisseurs und ist für die gleich bleibende Qualität der Show verantwortlich. Man hat also in erster Linie künstlerische Aufgaben: Zweitbesetzungsproben, Auffrischungsproben, Notes. Man gibt den Darstellern regelmäßig Feedback und Kritik. Dafür muss man die Vorstellung natürlich regelmäßig anschauen. Man hat aber auch administrative Aufgaben, beispielsweise wenn es um die Urlaubsplanung geht, um Besetzungspläne und um die Zusammenarbeit mit dem künstlerischen Betriebsbüro.
Das heißt, dass Du jeden Tag in der Show bist?
Ich bin jeden Abend im Theater, aber nicht jeden Abend in der Show. Damit man einen frischen Blick bewahren kann, ist es nicht wirklich zielführend das Stück jeden Tag zu sehen. Ich schaue mir die Show etwa 2-3 mal pro Woche an und behalte mir so einen hoffentlich kritischen, aber auch realistischen und fairen Blick.
Dein Arbeitstag beginnt ja immer am Abend. Beginnst Du immer zu arbeiten, wenn andere Menschen aus dem Büro kommen?
In der Regel macht man die Dinge alle am Abend. Es gibt aber natürlich auch immer wieder Meetings am Nachmittag. Proben finden bei uns immer am Vormittag statt. Aber der ganz normale Abenddienst beginnt um 18 Uhr.
Gab es schon mal ein herausforderndes Problem, dass du während einer Show zu lösen hattest, bei welchem selbst Dir das Herz geflattert hat?
Wir hatten einmal eine unschöne Situation als wir eine Doppelvorstellung hatten. Mittags war eine Kindervorstellung. Und am Anfang der ersten Vorstellung hatten wir ein großes technisches Problem. Dann mussten wir eben konzertant spielen und das gleich zwei Mal an diesem Tag, da der technische Defekt nicht so schnell zu beheben war. Da schwitzt man dann doch sehr viel Blut und Wasser und es ist nicht gerade die schönste Aufgabe vor den Vorhang zu gehen und dem Publikum mitzuteilen, dass sie heute leider nur eine konzertante Version sehen werden.
Was ist das Schönste an Deinem Job – was macht richtig viel Spaß?
Wenn man sieht, dass selbst nach über 250 Vorstellungen die Produktion auf so einem künstlerisch hohen Level ist, dass die Leute jeden Abend begeistert sind und fröhlich nach Hause gehen.

Henrik Sehnert als Kardinal Rauscher
Copyright: Copyright: VBW / Jean-Marie Bottequin
Bist Du immer noch in enger Abstimmung mit Cornelius Baltus (Regisseur der Wiener Fassung 2009 von TANZ DER VAMPIRE)?
Ja, Cornelius ist so alle zwei bis drei Monate einmal da. Sein Feedback ist mir auch sehr wichtig, weil weil er natürlich mehr Abstand zur Produktion hat.
Du bist eigentlich Musicaldarsteller. Hast in Erfolgsproduktionen wie ELISABETH und REBECCA mitgespielt. Warum hast Du die Seite gewechselt?
Es hat sich ergeben. Ich bin sehr vielseitig interessiert. Ich habe mir schon immer gedacht, dass es vielleicht nicht ganz der Beruf sein wird, den ich mein ganzes Leben lang machen werde. Und dann habe ich, als ich meine ersten professionellen Engagements hatte, angefangen, nebenbei Kulturmanagement zu studieren. Und habe immer mehr gemerkt, dass mich die andere Seite auch sehr interessiert. Am Ende von meinem REBECCA Vertrag habe ich dann den Entschluss gefasst, keine Auditions mehr zu machen. Ich wollte einfach mal schauen, was möglich ist, ohne auf der Bühne zu stehen und das ist dann Gott sei Dank sehr, sehr gut gelaufen.
Du willst nicht mehr zurück auf die Bühne?
Nein, im Moment nicht. Ich finde es sehr schön, auf einer anderen Ebene für eine Produktion Verantwortung zu tragen.
Was war Dein erstes Stück bei den VBW?
ELISABETH als Darsteller.
Als Abendspielleiter TANZ DER VAMPIRE. Bei FRÜHLINGS ERWACHEN war ich Regieassistent. Ich habe auch bei der VBW-Lizenzproduktion ELISABETH in Zurüch und Berlin als Abendspielleiter mitgewirkt.
Was zeichnet für Dich die VBW aus?
Die VBW produzieren auf dem höchst möglichen Niveau, VBW spielt in der Top-Liga des europäischen Musicals. Was die VBW von den rein kommerziellen Anbietern immens unterscheidet ist, dass sich die VBW noch die Theaterseele bewahrt haben. Man hat noch immer das Gefühl man arbeitet in einem Theater und nicht in einer Musical-Halle.

Ensemble
Copyright: VBW / Ralf Brinkhoff, Birgit Mögenburg
Deine Lieblingsszene aus TANZ DER VAMPIRE?
Ich habe keine Lieblingsszene. Ich mag einfach den ganzen Schwung der Show, vor allem gegen Ende hin. Spätestens ab der Szene „Ewigkeit“, wenn die Grabwand herunter kommt, spätestens ab da packt mich das Stück. Das Stück hat einfach einen super Bogen!
Welche Qualifikationen sollte man als Abendspielleiter mitbringen?
Aus meiner Sicht ist es auf alle Fälle von Vorteil, wenn man schon einmal selbst auf der Bühne gestanden ist. Man hat als Abendspielleiter nicht nur die Regisseursfunktion, sondern muss sich auch intensiv um die Künstler kümmern und für sie da sein. Da hilft es in jedem Fall, wenn man selbst einmal als Künstler gearbeitet hat und sich in sie hineinversetzen kann. Empathie ist schon sehr wichtig!
Natürlich ist auch eine gewisse Regieassistenz-Erfahrung notwendig, weil man auch das Auge eines Regisseurs und das entsprechende Vokabular braucht.
Zu den Hard Skills zählen fließendes Englisch und dass man Noten lesen kann.
Das ist eigentlich das Wichtigste, ach ja und man soll auch kommunikativ sein – und Interviews geben können (lacht).
Bist Du als Abendspielleiter fix angestellt oder bist Du für die Produktion angestellt?
Das ist unterschiedlich. Es gibt Abendspielleiter die nur Stückbezogen engagiert werden aber bei den VBW ist es schon das Ziel, dass man die Abendspielleiter fix anstellt, um eine gewisse Kontinuität in das Haus zu bringen. Der Abendspielleiter nimmt eben auch eine wichtige Position in der Kommunikation zwischen Kunst und den technischen Abteilungen ein.
Vielen Dank für das Interview!
Dein Lieblingsmusical:
„Frühlings Erwachen“. Tolle Arbeit, tolle Zeit.
Dein Traumurlaubsziel
Derzeit Bali, denk ich.
Ein Buch, das Dich besonders berührt:
Ich mag Gedichte von E.E. Cummings sehr.
Eine Kindheitserinnerung, die Du nie vergessen wirst:
Das Kinderstück „Der Lebkuchenmann“ am Staatstheater Darmstadt… das war 1984.
Eine Schwäche, die man Dir verzeihen soll?
Perfektionismus.
Eine Stärke, für die man Dich bewundert?
Das ist schwierig… Perfektionismus?
Wann hast Du das letzte Mal herzhaft gelacht?
Vergangenes Wochenende in Zürich mit einem guten Freund… den Grund verrate ich nicht…
Welcher Versuchung kannst Du nicht widerstehen?
Gutes Essen – leider.
Ein Mensch mit dem Du gerne einen Abend verbringen möchtest:
Vielleicht mit Peter Ustinov. Aber das geht ja leider nicht mehr.
Was möchtest Du noch lernen?
Immer die innere Ruhe zu behalten.

