Im Ronacher fing alles an.....

Andreas Bieber (Leo Bloom), Cornelius Obonya (Max Bialystock) © VBW / Oliver Hadji
Ich gratuliere zu diesem guten Einstand im neuen RONACHER! Hast Du mit diesen positiven Kritiken gerechnet?
Wir haben es gehofft, weil das Ensemble und das Team von THE PRODUCERS, so hinter diesem Stück stehen. Aber wie die Öffentlichkeit, vor allem die Presse – was sich ja nicht immer decken muss – darauf reagiert, konnten wir nicht einschätzen. Aber in dem Fall haben alle den Daumen hochgezogen: die Presse und das Publikum. Aber, dass wir mit positiver Resonanz so überhäuft werden haben wir echt nicht erwartet. Das ist super!
Wie bis Du darauf gekommen, gerade in Wien in Musicals aufzutreten?
Ich habe in Wien schon studiert. Es stand für mich schon sehr früh fest, dass ich in Wien studieren möchte. Diese Stadt ist einfach eine richtige Theaterstadt! Ich habe sechs Jahre in Wien gelebt, meine Ausbildung hier gemacht und hier gespielt.
Wieso verkörperst Du den Leo Bloom? Findest Du ihn sympathisch?
Er ist vor allem wirklich neurotisch. Aber auch sympathisch, in diesem Stück muss das jede Figur sein, es ist ja eine Komödie und da ist es wichtig, dass die Figuren sympathisch bleiben.
Bitte beschreibe Deine Rolle des Leo Bloom.
Wenn man es kurz machen müsste: Ein schwer neurotischer Buchhalter, der sich durch die Begegnung mit Max Bialystock gleich zwei Träume erfüllt: Einmal den Lebenstraum Broadway-Produzent zu werden und dann auch – den vielleicht versteckten Traum – eine Frau kennen zu lernen. Und er kriegt ja die Ulla dann auch ab!
Du hast auch schon in den TV-Serie „Marienhof“ mitgespielt, was liegt Dir persönlich mehr, Fernsehen oder Theater?
Die Abwechslung macht´s für mich, wie immer im Leben. Ich bin keiner der sich gerne auf eine Sache festlegt und dann nur das macht. Wenn ich mich entscheiden müsste, wozu ich hoffentlich nie gezwungen werde, dann würde ich sagen: Ohne Theater, ohne Bühne und Publikum möchte ich nicht sein. Dann würde ich eher auf Film/Fernsehen verzichten. Die Arbeit vor der Kamera ist aber auch etwas ganz spannendes!
Gibt es in THE PRODUCERS einen Lieblingssong oder gefallen Sie Dir alle gleich gut?
Das ist eindeutig „Mein Freund“

Andreas Bieber (Leo Bloom), Cornelius Obonya (Max Bialystock) , Martin Sommerlatte (Roger DeBris), Rob Pelzer (Carmen Ghia) © VBW / Oliver Hadji
Wie ist das Arbeiten mit den Kollegen?
Super, es ist eine ganz wilde Mischung aus „Exoten“. Da die Kollegen aus den unterschiedlichsten Genres kommen und die unterschiedlichsten Einflüsse da sind. ist das Ensemble sehr „lebendig“. Und dadurch, dass jeder im Stück, wenn man so will, auf seine Kosten kommt, kann man wirklich alles, auch die Probleme miteinander lösen. Bei THE PRODUCERS läuft man gar nicht Gefahr gegeneinander zu arbeiten, wir haben ein sehr harmonisches Ensemble. Das ist toll!
Spürst Du ab und zu noch „Lampenfieber“?
Naja gut, es ist im Prinzip jeden Abend noch da. Zwar nicht mehr so stark wie bei der Premiere, allerdings kann sich dies schlagartig ändern, wenn man weiß es ist jemand besonderer bzw. wichtiger im Publikum, sei es Familie, Regisseure. Da wird es dann immer heißer ums Herz.
Wo hast Du das Genre Musical gelernt?
Ich habe 1987 im Studio Theater an der Wien angefangen zu studieren.
Wer war Dein Entdecker?
Peter Weck hat mir ein Stipendium ermöglicht. Während einer dreimonatigen Probezeit wurde man von verschiedensten Lehrern begutachtet und wenn man überzeugt hat, bekam man ein Stipendium. Angefangen zu spielen habe ich natürlich schon als Kind in der Schule in Deutschland.
Welche Musicals hast du in Wien gespielt?
Mein erstes Musical in Wien war CATS im RONACHER. Jetzt komme ich wieder in die Stadt, in das Haus wo alles angefangen hat zurück. Ich finde das RONACHER einfach so toll! Hier wieder zu spielen ist etwas ganz Besonderes für mich! Bei ELISABETH im Theater an der Wien habe ich die Urbesetzung des Kronprinzen Rudolf gespielt. Im RAIMUND THEATER den Danny in GREASE und auch den Roboter Viktor in BARBARELLA und nicht zu vergessen mein Lieblingsstück HEDWIG AND THE ANGRY INCH im Metropol. Und jetzt den Leo in THE PRODUCERS im Ronacher!
Hattest Du eigentlich schon mal einen Lachanfall auf der Bühne?
Sehr oft.
Und auch schon mal den Text vergessen?
Auch, ja das passiert natürlich immer wieder. Jetzt haben wir bei THE PRODUCERS das Glück das es eine Komödie ist, da kann man sich gut rausretten – bei einem Lachanfall auf alle Fälle. Ich habe auch schon mal lachen müssen in ernsteren Stücken, das ist natürlich schon problematischer.
Was ist denn dein Lieblingsplatz in Wien?
Da gibt es natürlich einige. Spittelberg ist meine absolute Lieblingsgegend, ob zum Essengehen oder auf den schönen Weihnachtsmarkt. Der Spittelberg hat eine ganz besondere Atmosphäre, wie nicht aus unserer Zeit. Ich bin aber auch sehr gerne im Museumsquartier.

